Treppe zum Beginn der 3. Etappe

Baierweg, 3. Etappe von Viechtach bis Straubing

Es hat länger gedauert, als ich ursprünglich gedacht hatte. Aber jetzt stehe ich wieder an der Rugenmühle bei Viechtach und beginne mit der dritten und letzten Etappe des Baierwegs.

Das Wetter ist ideal. Es ist nicht gar so große Hitze angesagt und vor allem soll es den ganzen Tag trocken bleiben.

Die heutige Etappe ist im Gegensatz zur zweiten Etappe weitgehend Neuland für mich. Viechtach ist doch schon ein Stück von meinem Wohnort entfernt. Deswegen bin ich da seltener unterwegs. Das Gebiet rund um Sankt Englmar kenne ich ein wenig. Aber zwischen Sankt Englmar und Straubing war ich bis jetzt noch nie mit dem Mountainbike unterwegs. Ich bin sehr gespannt.

Das Streckenprofil ist heute optimal. Gleich in Viechtach beginnt ein langer Anstieg, der im Grund fast durchgängig bis Sankt Englmar führt. Dann geht es hinunter. Eine leicht hüglige Strecke führt dann bis ins Donautal nach Bogen. Von Bogen bis Straubing ist dann Ausrollen auf absolut ebener Strecke angesagt.

Ich schwinge mich also auf mein Mountainbike und fahre ein paar Meter auf der Straße. Aber weit komme ich nicht. Der Baierweg zweigt unscheinbar links von der Straße ab. Ich trage mein Bike eine Treppe hinauf. Jetzt führt mich ein schmaler Trail in Sichtweite zum Schwarzen Regen durch den Wald. Gut, dass ich mir diesen Weg für die letzte Etappe aufgespart hatte. So frisch und munter macht es hier richtig Spaß.

Nach Kollnburg

Ich durchquere ein kleines Gewerbegebiet, fahre über eine Brücke, dann bin ich in Viechtach.

In Viechtach schlängelt sich der Baierweg etwas am Stadtzentrum vorbei. Eigentlich ist der Stadtplatz durchaus sehenswert. Aber für eine Café-Pause ist es noch viel zu früh. Deswegen fahre ich weiter.

Hier in Viechtach beginnt schon der lange Anstieg.

Nach dem Verlassen der Stadt komme ich an einer kleinen Kirche vorbei. Auf der 200 m entfernten Bundesstraße bin ich schon oft an der Kirche St. Anton vorbeigefahren, habe sie aber bisher immer übersehen.

Kapelle St. Anton am Pfahl
Kapelle St. Anton am Pfahl

Bald ist Schluss mit Asphalt und nach einem Umspannwerk kurble ich auf einem schönen Trail bergauf. Der Trail ist in der Gegenrichtung sicherlich auch sehr interessant. Auf meiner Karte hat er jedenfalls ein grünes Fähnchen bekommen, wie auch viele andere Wege der heutigen Etappe. Die Umgebung von Viechtach bieten anscheinend viel Potential für schöne Mountainbike-Touren.

Bald erreiche ich den kleinen Ort Kollnburg. Das Dörfchen drängt sind rund um die gleichnamige Burgruine in der Ortsmitte. Hier lohnt es sich, eine kleine Pause einzulegen, nicht nur um zu verschnaufen. Die Burgruine ist sehenswert.

Die Burg gehörte im 14. Jahrhundert den Herren von Nußberg. Diese verwalteten im Auftrag der Grafen von Bogen die Anlage. Der Zweck der Burg war damals die Überwachung des Baierwegs. Die Burg ist aber noch wesentlich älter. Wahrscheinlich stammt sie schon aus dem 11. Jahrhundert. Wie so viele Burgen hier in Ostbayern wurde die Burg im Dreißigjährigen Krieg zur Ruine.

Der Bergfried kann bestiegen werden. Aber auch so hat man von der Burgruine aus einen sehr schönen Ausblick auf den Bayerischen Wald.

Blick von der Burgruine Kollnburg
Blick von der Burgruine Kollnburg

Der Anstieg nach Sankt Englmar

Bei der Weiterfahrt in Kollnburg bin ich zunächst etwas verwirrt. Ich folge dem offiziellen Track, aber der Weg ist durch ein Tor versperrt. Ein Stückchen fahre ich zurück und nehme eine ausgeschilderte Alternative. Schnell bin ich auf dem geplanten Track zurück.

Immer wieder kann ich beim Verlassen von Kollnburg den schönen Ausblick auf das Regental genießen, ehe ich wieder im Wald verschwinde.

Blick ins Regental
Blick ins Regental

Zunächst fahre ich entspannt auf einem Waldweg bergauf. Dann wird es zunehmend steiler und anstrengender. Hoffentlich bin ich bald oben.

Dann wird es wieder flacher. Ich sehe immer wieder Wegweiser für Markbuchen. Das ist ein Ortsteil von Sankt Englmar ist. Dort beginnen die Skilifte zum Predigtstuhl. Es kann also nicht mehr weit sein, bis ich den höchsten Punkt der heutigen Etappe erreicht habe.

Dann habe ich es geschafft. Als in in Markbuchen den Wald verlasse, komme ich an einem Pumptrack für Mountainbiker vorbei.

Pumptrack in Sankt Englmar
Pumptrack in Sankt Englmar

Sankt Englmar ist eigentlichen ein klassischer Urlauberort für Wintersportler und Wanderer. Aber als eine der ersten Gemeinden im Bayerischen Wald hat Sankt Englmar auch die Mountainbiker als Zielgruppe erkannt. So wurden in der wunderschönen Umgebung Touren ausgeschildert. Am Predigtstuhl gibt es einen Singletrail, den sich der örtliche MTB-Club Sportivo als Trainingsstrecke angelegt hat. Auf Wegen setzt man hier auf ein rücksichtvolles Nebeneinander von Wanderern und Mountainbiker.

Rücksichtnahme statt Sperrung, Schild in der Nähe des Hirschensteins
Rücksichtnahme statt Sperrung, Schild in der Nähe des Hirschensteins

Insgesamt fühle ich mich hier als Mountainbiker sehr willkommen.

Ich habe schon Lust, auf dem Pumptrack eine kleine Runde zu drehen. Doch ich lassen es, weil ich Kraft und Zeit sparen will. Vielleicht ein anderes Mal. Heute liegt noch ein ganzes Stück durch weitgehend unbekanntes Gebiet vor mir.

Ich rolle weiter hinab ins Zentrum des Orts.

Marktplatz Sankt Englmar
Marktplatz Sankt Englmar

Nach Bogen

Ich verlasse Sankt Englmar zunächst auf einem leicht ansteigenden Asphaltweg. Im Wald beginnt dann ein schöner Singletrail in Richtung Donautal. Immer wieder habe ich durch die Bäume hindurch einen Blick in die weite Donauebene.

Nach Sankt Englmar fällt das Gelände wirklich fast schlagartig ab. Die Landschaft ändert sich grundlegend. Jetzt gibt es keine langen Anstiege mehr. Vielmehr fahre ich durch eine hügliche Landschaft. Auch ist das Gebiet hier sehr viel dichter besiedelt. Immer wieder komme ich durch kleine Dörfer.

Ein besonders schöner Abschnitt führt in der Nähe von Neukirchen am Perlbach und am Bogenbach entlang. Ich fahre immer in Sichtweite des Wasserlaufs auf wunderschönen Wiesen- und Waldwegen. Hier sind auch viele Fußgänger unterwegs und Rücksichtnahme ist angesagt.

Ab Steinburg geht es noch einmal bergauf. Teilweise ist es richtig steil. Aber im Vergleich zu dem Anstieg heute früh ist das nichts. Ich bin eben doch schon im Vorland des Bayerischen Walds.

Auf dem Gipfel steht eine kleine Kirche. Die Wallfahrtskirche Hl. Kreuz stammt aus dem 17. Jahrhundert. Auf der Bank vor der Kirche lege ist eine kleine Rast ein.

Wallfahrtskirche Hl. Kreuz bei Windberg
Wallfahrtskirche Hl. Kreuz bei Windberg

Leider auf der Straße rolle ich dann hinunter nach Windberg. Das finde ich wegen der hart erarbeiteten Höhenmeter etwas schade.

Mitten im Ort befindet sich ein Kloster. Die Größe überrascht mich zunächst ein wenige. Das kleine Windberg wird von der Klosteranlage dominiert. Aber der Ort ist ganz eng mit der Geschichte des Baierwegs verflochten. Dort, wo heute das Kloster steht, befand sich bis zur Mitte des 12. Jahrhunderts eine Burg. Das war der ursprüngliche Sitz der Grafen von Bogen. Die Burg wurde abgebrochen und am gleiche Ort wurde 1142 das Kloster Windberg gegründet. Die Grafen von Bogen zogen in eine neue Burg auf den Bogenberg um.

Kloster Windberg
Kloster Windberg

Nachdem ich den Ort verlassen habe, komme ich in ein kleines Waldstück. Hier werde ich von einen richtig schönen Trail überrascht. Sogar Spitzkehren muss man hier fahren können. Das ist doch eine kleine Entschädigung für die Asphaltabfahrt nach Windberg.

In Hunderdorf stoße ich dann auf den Donau-Regen-Radwanderweg. Der Radweg, der auf einer ehemaligen Eisenbahnstrecke angelegt wurde, führt mich bis nach Bogen.

Endspurt nach Straubing

In Bogen angekommen fahre ich gleich weiter. Ich bin inzwischen doch recht geschafft und will eigentlich nur noch in Straubing ankommen.

Der Baierweg verläuft nun größtenteils gemeinsam mit dem Donau-Radweg auf Feldwegen und kleinen Straßen. Mit Mountainbiken hat das jetzt nichts mehr zu tun.

Ich habe leichten Gegenwind und ein windschattenspendender Radler ist leider nicht in Sicht.

Bald sehe ich die markanten Spitzen des Stadtturms. Straubing ist nicht mehr weit.

Dann erreiche ich endlich den Stadtrand und fahre weiter bis in die Innenstadt.

Geschafft! Der Baierweg ist bezwungen!

In der Café-Bar fülle ich meine leeren Kohlenhydrat-Speicher wieder auf und genieße einen Cappuccino.

Fazit

Hinter mir liegt eine sehr abwechslungsreiche letzte Etappe. Ich war in den Hochlagen des Bayerischen Walds unterwegs, fuhr durch das hüglige Vorland des Bayerwalds und zum Schluss bin ich noch neben der Donau gerollt. Forststraßen, schöne Trails, Straßen und Radwege, von allem war heute etwas dabei. Fahrtechnisch richtig schwierige Abschnitte wie auf der 2. Etappe gab es heute allerdings nicht.

Ich habe einige für mich neue Sehenswürdigkeiten entdeckt. Dazu gehört die Kollnburg und das Kloster Windberg. Das Gebiet am Bogenbach bei Neukirchen hat mir besonders gut gefallen. Hier war ich bestimmt nicht zum letzten Mal.

Das Streckenprofil war wirklich ideal. Die Streckenlänge und die Höhenmeter waren für mich gut schaffbar.

Nicht so schön fand ich den Abschnitt zwischen Bogen und Straubing. Wer nicht so viel Wert darauf legt, wirklich den kompletten Baierweg zu fahren, dem empfehle ich, die Tour bereits in Bogen zu beenden.

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