Schöner Trail am Eixendorfer See

Meine Erfahrungen mit der Trans Bayerwald, Furth im Wald – Neubäu

Seit 7.00 Uhr sitze ich nun schon auf meinem Mountainbike. Gerade habe ich das Stadtgebiet von Furth im Wald verlassen und fahre in Richtung Grenze. Lockeres Einrollen vor dem Anstieg.

Schon gestern begann ich mit den Vorbereitungen auf die heutige Tour. Das Mountainbike hatte ich noch einmal gecheckt. Eine Panne wollte ich auf der langen Mountainbike-Tour nicht riskieren. Der Rucksack stand am Abend schon gepackt in der Ecke. Ich wollte heute möglichst früh losfahren, um am Nachmittag noch genügend Reserve zu haben. Schließlich hatte ich mir eine wirklich lange Tour vorgenommen.

Die Wetter-App hatte ich schon seit einer Woche unter ständiger Beobachtung. Trockenes Wetter und fast sommerliche Temperaturen, das sind die idealen Voraussetzungen für solch eine Tour. Wenn alles gut geht, dann sollen es immerhin über 100 km und mehr als 2000 hm werden. Da ist eine stabile Wetterlage schon hilfreich.

Jetzt am Morgen ist es noch recht frisch. Ganze 6 Grad zeigte das Thermometer bei der Abfahrt zu Hause. Vielleicht hätte ich doch lieber die dickeren Handschuhe anziehen sollen. Ich hoffe, dass es bald wärmer wird.

Andere Radfahrer sind mir noch nicht begegnet. So früh ist am langen Oster-Wochenende noch kaum jemand auf den Beinen.

Fast menschenleerer Stadtplatz von Furth im Wald
Fast menschenleerer Stadtplatz von Furth im Wald

Anders war es am Beginn der Tour. Vor der Drachenstichhalle fand gerade ein Flohmarkt statt. Viel Trubel, aber lange wolle ich mich sowieso dort nicht aufhalten. Ich wollte nur die Trans Bayerwald genau dort beginnen, wo der offizielle Start ist.

Flohmarkt vor der Drachenstichhalle, dem Beginn der Trans Bayerwald
Flohmarkt vor der Drachenstichhalle, dem Beginn der Trans Bayerwald

Der Startpunkt der Route an der Drachenstichhalle ist praktisch gewählt. Bei der Anreise mit dem Auto kann hier geparkt werden.

Auch die Anreise mit der Bahn ist unproblematisch. Vom Bahnhof aus, der sehr nahe an der Innenstadt von Furth liegt, ist die Route schnell erreicht. Die Mitnahme von Fahrrädern in der Oberpfalzbahn ist übrigens kostenlos.

Auf Feldwegen und kleinen Sträßchen erreiche ich den Voithenberghammer. Um die Zeit ist an dem kleinen Museum mit dem wasserkraftbetriebenen Schmiedehammer noch kein Mensch zu sehen.

Wasserrad des Voithenberghammers
Wasserrad des Voithenberghammers

Jetzt beginnt der längste Anstieg der heutigen Tour. Ich freue mich darauf. Das Frösteln wird gleich verschwinden.

Zum Reiseck

Über den Golfplatz fahre ich zum Schloss Voithenberg.

Die Wege am Voithenberg kenne ich sehr gut. Hier bin ich sehr oft mit meinem Mountainbike unterwegs. Deswegen bin ich auf die Wegführung der Trans Bayerwald gespannt.

Am Schloss Voithenberg nutze ich die Gelegenheit, die Trinkflaschen noch einmal randvoll zu füllen. Der Tag soll warm werden.

Wasserflaschen auffüllen am Schloss Voithenberg
Wasserflaschen auffüllen am Schloss Voithenberg

In der Schlosswirtschaft kehre ich gerne am Ende einer Mountainbike-Tour am Gibacht ein.

Der Blick auf das verfallende Schloss weckt zwiespältige Gefühle in mir. Einerseits hat man den wunderschönen Blick vom Südhang des Gibacht-Massivs auf Furth und den Bayerischen Wald. Anderseits sieht man das immer mehr verfallende Schloss, was schon seit vielen Jahren unbewohnt ist.

Weiter kurbel ich mich gemütlich einen Schotterweg den Berg hinauf. Ich kenne hier ein paar attraktivere Strecken zum Reiseck, dem höchsten Punkt der heutigen Tour. Es scheint mir, als wollten die Planer der Trans Bayerwald den Anstieg möglichst entschärfen, um ihn auch für weniger fitte Sportler fahrbar zu gestalten. Böse bin ich deswegen nicht, denn es liegt noch eine lange Strecke vor mir. Schließlich will ich heute etwas mehr als 2 reguläre Trans Bayerwald-Etappen fahren. Ich habe auch immer das Höhenprofil der zweiten Hälfte im Hinterkopf. Es gibt dort keine langen Anstiege mehr. Aber jeder Mountainbiker weiß, dass gerade das leicht hüglige Gelände kurz vor dem Ende einer langen Tagesetappe unheimlich hart sein kann.

Das letzte Stück zum Reiseck hinauf geht es dann doch noch auf einem richtig schönen Trail.

Am Reiseck kann man eine kleine Pause einlegen. Dort steht ein kleiner Unterstand mit Sitzbänken. Der Ausblick von diesem Berg aus auf Furth und den Bayerischen Wald ist einzigartig. Schön, dass die Planer der Trans Bayerwald diesen Geheimtipp mit in die Strecke eingebaut haben.

Der Reiseck in der Morgensonne
Der Reiseck in der Morgensonne

Das Gibacht-Massiv, zu dem auch der Reiseck gehört, ist die südlichste Spitze des Oberpälzer Waldes. Im Winter ist hier ein sehr schönes Langlaufgebiet mit unterschiedlichsten Loipen.

Das Gebiet reicht bis weit nach Tschechien hinein. Dort befindet sich der 1042 m hohe Čerchov, der die höchste Erhebung des Oberpfälzer Waldes ist. Auf tschechischer Seite wird der Oberpfälzer Wald übrigens Český les genannt.

Nach Herzogau

Auf schönen Trails geht es weiter. Der Weg führt mich am Berghof Gibacht vorbei. Das urige Gasthaus hat so früh noch nicht geöffnet. Besonders im Winter ist es bei Langläufern sehr beliebt. Hier ist der Ausgangspunkt vieler Langlaufloipen. Das Langlaufgebiet ist letzten Winter als Nordic Active Center vom DSV zertifiziert worden.

Ein kurzes Stück geht es der Straße hinunter nach Althütte, wo ich gleich wieder im Wald verschwinde. Ein Weg, der genau nach meinem Geschmack ist, führt nach Herzogau. Ein Auf und Ab auf einem schmalen verwinkelten Trail, genau das mag ich. Ich hoffe, dass ich noch mehr solche Streckenabschnitte finden werde.

Schöner Trail nach Herzogau
Schöner Trail nach Herzogau

In Herzogau lege ich eine kleine Pause ein. Den Ausblick vom Schloss in Richtung Čerchov habe ich zwar schon oft genossen, aber es ist immer wieder schön.

Schloss in Herzogau mit dem Cerchov im Hintergrund
Schloss in Herzogau mit dem Cerchov im Hintergrund

Von Herzogau aus ist Waldmünchen sehr schnell zu erreichen. Falls der Pannenteufel zugeschlagen hat, das Wetter nicht mehr mitspielt oder die körperliche Fitness zu wünschen übrig lässt, über den Kreuzweg, der vor der Kirche endet, ist man schnell in der Stadt. Waldmünchen hat einen Bahnanschluss und so wäre die Rückkehr zum Ausgangsort oder eventuell auch die Fahrt zum Etappenziel mit der Bahn möglich.

So ganz verstehe ich nicht, warum Waldmünchen von der Trans Bayerwald umfahren wird. Es hätte durchaus Möglichkeiten gegeben, diese Stadt mit in die Streckenführung der Trans Bayerwald einzubinden. Ich persönlich mag es sehr, wenn die Tour direkt durch den Ort führt und nicht nur knapp daran vorbei.

Abfahrt ins Schwarzachtal

Jetzt geht es hinunter ins Schwarzachtal. Ich rolle zunächst ein Stück auf der Straße, dann zweigt die Strecke links ab und führt auf einem Waldweg nach Machtesberg. Ja, die Straße hätte auch nach Machtesberg geführt, aber dann hätte man diesen schönen Waldweg mit einer kleinen Abfahrt am Ende verpasst. Die paar Höhenmeter extra lohnen sich.

Hinunter ins Schwarzachtal rolle ich auf einer Forststraße. Ich ärgere mich ein wenig, dass ich die mühsam erstrampelten Höhenmeter auf einer langweiligen Forststraße vernichten muss. Hier hätte es bessere Alternativen gegeben.

Blick von Machtesberg zurück nach Herzogau
Blick von Machtesberg zurück nach Herzogau

Durch das Schwarzachtal nach Rötz

Nach der Überquerung der Bahnlinie wird die Stecke wieder abwechslungsreicher. Auf schönen Trails geht es teilweise direkt neben der Eisenbahnstrecke entlang. Hier war jemand am Werk, der wirklich gute Ortskenntnis hat.

Im Schwarzachtal fahre ich größtenteils auf dem Radwanderweg in Richtung Schönthal. Für Tourenradler ist das ein schöner Radweg, doch für Mountainbiker ist die Strecke eher langweilig. Ich habe Rückenwind, so dass ich hier etwas Tempo machen kann.

Kurz vor Schönthal wird die Strecke dann doch wieder etwas spannender. Ich fahre an einer alten zerfallenen Mühle vorbei.

Es folgt ein schönes Waldstück.

Letztes Jahr fuhr ich die Mountainbike-Runde der Waldmünchner Radrundfahrt mit. Die Strecke verlief hier parallel zur Trans Bayerwald. Meiner Meinung nach waren die Wege mountainbikegerechter ausgewählt.

Das kleine Örtchen Schönthal streife ich und fahre weiter in Richtung Rötz.

Schönthal
Schönthal

Von diesem Streckenabschnitt weiß ich, dass es eigentlich nicht möglich ist, eine richtige Mountainbike-Stecke zu planen. Bei meiner Chamer Nordrunde hatte ich schon mit diesem Gebiet beschäftigt.

In Rötz angekommen mache ich erst einmal eine kleine Pause.

Das kleine unscheinbare Städtchen ist schon sehr alt. Es wurde im 11. Jahrhundert bereits erstmals urkundlich erwähnt. Große Brände in den Jahren 1600 und 1771 und 1840 verwüstete weite Teile der Stadt. Auch im Dreißigjährigen Krieg und im Österreichischen Erbfolgekrieg hatte die kleine Stadt heftig zu leiden. Deswegen ist heute nur noch wenig historische Bausubstanz zu finden. Sehenswert ist aber auf jeden Fall der sogenannte Fürstenkasten aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Das Gebäude wird heute für Veranstaltungen genutzt.

Fürstenkasten in Rötz
Fürstenkasten in Rötz

Ich drehe eine kleine Runde durch das Städtchen. Es wirkt ein wenig trostlos auf mich. Rötz war früher einmal Kreisstadt, verlor aber den Status im Zuge der Gebietsreform. Viele Geschäfte in der Innenstadt haben geschlossen. Es ist schwierig, eine Einkehrmöglichkeit zu finden.

Rathaus und Kirche St. Martin in Rötz
Rathaus und Kirche St. Martin in Rötz

Rötz wäre eigentlich der erste Etappenort der Trans Bayerwald. 55 km stehen jetzt auf meinem Tacho. Ich fühle mich fit und bin optimistisch, dass ich die andere Hälfte der Strecke auch schaffe.

Osterbrunnen vor der Kirche St. Martin in Rötz
Osterbrunnen vor der Kirche St. Martin in Rötz

Rund um den Eixendorfer See

Ich könnte von Rötz aus einfach nach Hillstett fahren und die Schleife um den Eixendorfer See abkürzen. Ich will aber unbedingt zur Burgruine Schwarzenburg hinauf und bleibe deshalb auf der Originalstrecke.

Ich fahre weiter entlang der Schwarzach. Es ist richtig schön hier. Der Weg führt mich zunächst durch eine parkartige Gegend. Dann geht es wieder zurück in die Stadt und der zweite große Anstieg zur Schwarzenburg beginnt. Der Anstieg ist leicht fahrbar. Erst ist die Straße asphaltiert, dann führt eine Schotterstraße fast bis zur Burgruine hinauf. Ich sehe immer wieder schöne Wege abzweigen, die mehr Fahrspaß versprechen. Ich bleibe aber auf der Schotterstraße.

Zur Burgruine zweigt ein Weg von der eigentlichen Strecke ab. Der kurze, relativ steile Anstieg lohnt sich. Nicht so sehr wegen der Burgruine. Die ist leider in einem nicht so guten Zustand. Die eigentliche Attraktion ist der Ausblick auf das Schwarzachtal. Durch die Bäume hindurch schimmert an einigen Stellen der Eixendorfer See.

Anstieg zur Schwarzenburg
Anstieg zur Schwarzenburg

Die Schwarzenburg wurde im 11. Jahrhundert gegründet, ist also romanischen Ursprungs. Im 15. Jahrhundert wurde sie verstärkt. Wie die Kürnburg belagerten die Schweden im Dreißigjährigen Krieg die Burg und zerstörten sie schließlich. In der Folgezeit diente die Burg den Menschen in der Umgebung als Steinbruch.

Blick von der Schwarzenburg auf den Eixendorfer See
Blick von der Schwarzenburg auf den Eixendorfer See

Auf der Burgruine finden regelmäßig Volksschauspiele statt. Dafür sind die alten Gemäuer eine gute Kulisse. Allerdings stört die Tribüne schon ein wenig den Eindruck. Innerhalb der Burg wurde eine Hütte gebaut, die eigentlich bewirtschaftet sein sollte. Allerdings ist man momentan auf der Suche nach einem Pächter.

Die Burgruine ist lange nicht in einem so guten Zustand wie die vorbildlich sanierte Burgruine Runding. Es sind allerdings ein paar Tafeln vorhanden, die ein wenig über die Burg und ihre Geschichte erzählen.

Von der Schwarzenburg hinunter zur Staumauer des Eixendorfer Sees rolle ich größtenteils über wenig aufregende Forststraßen. Immer mal wieder ist ein kurzer Trail eingebaut. Allerdings hatte ich mir von diesem Streckenabschnitt etwas mehr Spaß versprochen.

Der Eixendorfer See ist ein künstlicher Stausee, der hauptsächlich dazu angelegt wurde, das nahe gelegene Neunburg vor dem Hochwasser der Schwarzach zu schützen. Seit 1975 gibt es dieses Gewässer. Ein kleines Wasserkraftwerk erzeugt Strom. Ein angenehmer Nebeneffekt war, dass ein attraktiveres Naherholungsgebiet entstand. Besonders das Südufer wird für Freizeitzwecke genutzt. Campingplatz, Anlegestelle für Segelboote, Golfplatz und Badegelegenheiten gibt es hier.

In Hillstett befindet sich ein kleines Museum. Eine alte Dampflok erinnert an die Bahnstrecke, die einst hier entlang führte und nun teilweise von See verschluckt ist.

Der Weg der Trans Bayerwald führt mich größtenteils auf dem Radwanderweg entlang. Immer mal gibt es eine kleine Überraschung in der Wegeführung. So zweigt auf einmal ein schmaler Weg ab, der sich zu einem richtig schönen Trail entwickelt. Und dann geht es auf einmal ein paar Treppen hinauf. Also Rad geschultert und hinauf. Die Anstrengung lohnt sich, denn es folgt ein richtig schöner Singletrail.

Schöner Trail am Eixendorfer See
Schöner Trail am Eixendorfer See

In Hillstett angekommen lege ich erst einmal eine größere Pause im Biergarten der Museumsschänke ein und fülle meine Kohlenhydratspeicher wieder etwas auf.

Zur Kürnburg

Nach der Pause rolle ich noch ein Stück am See entlang. Immer mal wieder zweigt die Trans Bayerwald von Radwanderweg ab und führt auf für Mountainbiker attraktivere Wege. Dann biege ich rechts ab. Bald erreiche ich den Main-Donau-Wanderweg. Die Strecke kenne ich. Die Chamer Nordrunde führt auch dort entlang. Der Weg ist abwechslungsreich. Mal fahre ich auf Waldwegen, dann geht es über Feldwege oder kleine Straßen. Und immer mal wieder gibt es eine schöne Aussicht zu genießen.

Kapelle in Großenzenried aus dem frühen 19. Jarhundert
Kapelle in Großenzenried aus dem frühen 19. Jarhundert

Ich sehe schon die schon die Kirchturmspitzen von Stamsried. Da zweigt links ein schöner Weg von der Straße ab und führt in Richtung Kürnburg. Die Kürnburg ist für mich eine der Höhepunkte der Tour.

Blick auf Stamsried
Blick auf Stamsried

Heute ist die Kürnburg eine Ruine. Es lohnt sich sehr, hier eine kleine Pause für die Besichtigung einzulegen. Der Aussichtsturm bietet einen schönen Ausblick auf das Regental.

Blick von der Kürnburg ins Regental
Blick von der Kürnburg ins Regental

Die Burg wurde im Jahre 1354 errichtet. Bauherr und Namensgeber war Dietrich der Kürner.

Gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges im Jahre 1634 wurde die Burg belagert und zerstört.

Anstieg zur Kürnburg
Anstieg zur Kürnburg

Als ich in der Nähe der Burgruine bin stelle ich fest, dass die eigentliche Route der Trans Bayerwald gar nicht bis zur Burgruine führt sondern daran vorbei läuft. Das ist für mich etwas unverständlich. Ich mache trotzdem einen Abstecher zur Ruine und genieße den Ausblick auf das Regental.

Die alten Gemäuer der Kürnburg
Die alten Gemäuer der Kürnburg

Endspurt

Von der Kürnburg rolle ich in das Örtchen Stamsried. Ich komme am alten Schloss und der ehemaligen Schlossbrauerei vorbei. Beides ist seit Jahren ungenutzt und verfällt langsam. In einem Teil der Schlossbrauerei befindet sich jetzt ein Getränkemarkt. Was für eine Degradierung!

Verfallendes Schloss in Stamsried
Verfallendes Schloss in Stamsried

Anderseits wird in Stamsried gerade der Marktplatz saniert. Der Ortskern, so scheint mir, ist durchaus belebt. Es gibt Einkaufsmöglichkeiten, Gasthäuser und Hotels.

Stamsried verlasse ich in westlicher Richtung auf der Straße. Ich befürchte, dass jetzt ein langweiliger Straßenabschnitt folgt. Doch ich täusche mich. Kurz nach dem Ortsausgangsschild biege ich links auf einen zunächst noch asphaltieren Feldweg ein. Bald endet der Asphalt und der Feldweg wird mehr und mehr zum Trail, der schließlich im Wald verschwindet. Ich überquere den 522 m hohen Hofenberg. Ein wirklich schöner Streckenabschnitt.

Steinhäufl-Kapelle bei Strahlfeld
Steinhäufl-Kapelle bei Strahlfeld

Nach Hindelmühle befinde ich mich schon im Waldgebiet nordöstlich von Neubäu. Erst bei meiner Auswertung der Tour auf dem Computer merke ich, dass ich hier unbemerkt an der Burgruine Schwärzenberg vorbei gefahren bin. Hier hätte ich mir gewünscht, dass die Tourenplaner einen Abstecher eingeplant hätten.

Mein Tagesziel kommt immer näher. Nach einem unschönen Straßenabschnitt kommen Neubäu und der Neubäuer See schon ins Blickfeld. Kurze Zeit später habe ich mein Etappenziel erreicht. Mit dem Zug geht es nun bequem wieder nach Hause.

Streckenführung

Ich finde die grundsätzliche Streckenführung der Trans Bayerwald im ersten Abschnitt gelungen. Sicher, es gibt hier und da nach ein paar Stellen, wo man nachjustieren könnte. Aber grundsätzlich ist die Route so gelegt, dass der Mountainbiker die verschiedenen Landschaften des südlichen Oberpfälzer Waldes kennenlernt. Die Strecke startet gleich in den höchsten Teil des Oberpfälzer Waldes direkt an der Grenze zu Tschechien und führt dann in eine eher hüglige Landschaft mit Flüssen, Seen und Burgen.

Die Trans Bayerwald ist so ausgelegt, dass die Strecke in beiden Richtungen befahrbar ist. Das ist ein Punkt, den ich kritisch sehe. Das zwingt zu Kompromissen bei der Auswahl der Wege. Ein technischer Singletrail, der bergab gut und mit Spaß zu fahren ist, wäre in der Gegenrichtung wahrscheinlich eine unschöne Schiebestrecke. Deswegen musste auf solche Wege weitgehend verzichtet werden, was ich persönlich schade finde. Die Wege im ersten Abschnitt waren so ausgewählt, dass auch ein technisch weniger fitter Mountainbiker damit kaum Probleme haben wird. Jemand, der schon öfter eine Transalp absolviert hat, würde sich eher etwas anspruchsvollere Wege wünschen. Die Ausschilderung der Strecke muss ebenfalls für beide Richtungen ausgelegt werden.

Ich persönlich mag es sehr, alte Burgen und Ruinen anzuschauen. Nicht jeder möchte aber den meist steilen Anstieg erklimmen. Deswegen finde ich es sehr gut, wie die Steckenplaner das bei der Schwarzenburg gelöst haben. Wer möchte, der kann den Abstecher zur Burg fahren und wer nicht, der fährt einfach auf der Stecke weiter. So eine Lösung hätte ich mir auch bei der Kürnburg und der Schwärzenburg gewünscht.

Ausschilderung

Die Ausschilderung der Stecke finde ich etwas zwiespältig. Einerseits werden Wegweiser verwendet, die neben der Entfernungsangabe zum Zwischenziel auch noch die Höhenmeter zeigen. Das ist wirklich vorbildlich und hilft bei der Kräfteeinteilung.

Anderseits sind die Schilder meiner Meinung nach etwas zu klein und stehen auch nicht immer an der richtigen Stelle. Mountainbiker sind schneller als Wanderer unterwegs und müssen die Schilder schneller erfassen können. Schilder längs zur Fahrrichtung sind für Mountainbiker kaum hilfreich.

Als Größe würde ich mir Schilder wünschen, die so groß wie der Wegweiser für den Schneeschuhwanderweg sind.

Von diesen Kritikpunkten abgesehen, ich würde auch bei optimaler Beschilderung keinem Mountainbiker empfehlen, sich auf so einer langen Tour nur auf die Schilder zur verlassen. Es gehört immer eine Papierkarte in den Rucksack oder ein GPS-Gerät an den Lenker. Der zum Download zur Verfügung gestellte GPS-Track ist qualitativ hochwertig und das Nachfahren ist problemlos möglich.

Varianten anbieten?

Eine Möglichkeit, die Trans Bayerwald noch attraktiverer für unterschiedliche Leistungsgruppen zu machen, wäre die Erarbeitung von alternativen Wegführungen.

Vor längerer Zeit war ich auf einem organisierten Alpencross unterwegs. Das war eine Tour ohne Guide. Jeder bekam GPS-Tracks und fuhr diesen nach. Das Besondere, für jede Etappe gab es drei Varianten. Die blaue Variante war konditionell und fahrtechnisch am einfachsten. Die rote Variante war anspruchsvoller und bei der schwarzen ging es richtig heftig zur Sache.

Vielleicht wäre so ein Modell auch zukünftig für die Trans Bayerwald machbar. Eigentlich gibt es viel weniger Zwangspunkte als bei einer Transalp. Es müsste nicht bestimmte Pässe überfahren werden, um ins nächste Tal zu kommen.

Wenn man die Strecken so legt, dass sich Blau, Rot und Schwarz immer mal kreuzen, dann könnte der Mountainbiker auch während der Etappe wechseln.

Mir ist klar, dass der Aufwand für die Planung viel größer ist. Aber dadurch könnte die Trans Bayerwald für eine größere Zielgruppe attraktiver gemacht werden.

Schneebruch

An Vortag meiner Tour hatte ich gelesen, dass mit Schneebruch auf den Strecken zu rechnen sei. Ich dachte, dass ich flexibel bin und gegebenenfalls einen Umweg fahre. Auf der gesamten Strecke war es insgesamt viermal der Fall, dass ich wegen Schneebruch vom Bike absteigen musste. In allen Fällen war das kein echtes Problem. Bei einer Mountainbike-Tour gehe ich sowieso nicht davon aus, dass alle Wege ohne Einschränkung befahrbar sind.

Vorsicht ist natürlich angebracht, wenn Forstarbeiten im Gange sind.

Lohnt sich die Trans Bayerwald?

Das beantworte ich für mich mit einem ganz klaren „Ja!“. Auch wenn die Auswahl der Wege und die Streckenführung nicht in jedem Fall 100%ig meinem Geschmack entspricht, ich fand das erste Stück sehr interessant.

Die erste und die zweite Etappe sind so bemessen, dass auch ein etwas weniger gut trainierter Mountainbiker diese bewältigen kann.

Wer konditionell gut trainiert ist, der kann zumindest die erste Etappe etwas verlängern. Statt Rötz könnten Hillstett oder Stamsried Zielorte sein. Meine sehr lange Etappe bis nach Neubäu macht nur dann Sinn, wenn man danach einen Ruhetag einlegen möchte.

Ich denke jedenfalls schon über den nächsten Abschnitt nach. Der wird mich wahrscheinlich von Neubäu bis nach Sankt Engelmar führen.

Alle meine Etappen auf einen Blick:

2 Gedanken zu “Meine Erfahrungen mit der Trans Bayerwald, Furth im Wald – Neubäu

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